Was für ein Bild! Ich bin auf dem Oktoberfest (1963) beim Schichtl, einer der ältesten und bekanntesten Schaustellerbude auf der Wiesn. Seit 1869 gibt es hier den Schichtl mit seinem makabren Programm „Der Enthauptung einer lebenden Person auf offener, hell erleuchteter Bühne mittels einer Guillotine.“ Das Spektakel hat schon Generationen überlebt.
Die Figur links auf dem Bild gehört auch dazu zur Gaudi beim Schichtl. Es ist Biggi, wie sie leibt und lebt. „Unsere Biggi ist ein genetischer Glücksfall“, sagt man heute beim Schichtl.
Die Frau in der Mitte ist die Chefin, sie heißt Franziska, genannt wird sie die Schichtlin. Sie fordert die Umstehenden auf, in die Vorstellung zu kommen und schreckt auch vor ganz derber Wortwahl nicht zurück: „Großkopferte, Krachlederne und andere Rammel, geht’s rein und steht’s ned rum wie die Hammel.“
Den Schichtl gibt es noch heute auf der Wiesn, geköpft wird weiterhin, egal ob „Mensch oder Preiß“.

Foto und Text: Hubertus Hierl