Zwei Größen: Peter-Klaus Schuster und Heinz Berggruen. Beider Maxime: Das Beste ist gut genug. Vor die Kamera habe ich die beiden bekommen im Mai 2003 in Berlin anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin an Professor Werner Spies, ehemals Direktor des Centre Georges Pompidou in Paris, Kunsthistoriker und Textautor meines Buches „Picasso beim Stierkampf“.
Geben wir dem Alter den Vortritt. Heinz Berggruen: Kunsthändler, Mäzen, Buchautor. 1914 in Berlin geboren, flüchtet 1936 rechtzeitig vor den Naziverbrechern nach Amerika. Nach dem Krieg wieder zurück in Europa lässt er sich schließlich als Kunsthändler in Paris nieder. Hier konzentriert er sich von Anfang an auf die ganz Großen in der Kunstwelt und baut in aller Stille eine Sammlung auf, die ihresgleichen sucht. An die 100 Picassos sind darunter, dann Matisse, Cézanne, Klee, Giacometti u. a. – immer nur das Beste. 2000 vermacht der Mäzen Berggruen die Sammlung dem Bund zu einem symbolischen Preis.
Bei dem kurzen Gespräch frage ich Heinz Berggruen, wie es ihm möglich war, eine so hochkarätige Sammlung zusammenzubekommen. Er lachte und meinte: „Ich war eben mein bester Kunde.“ Das Foto hat Berggruen übrigens so gut gefallen, dass er es gleich in seinem neuen Katalog „Museum Berggruen“ verewigte.
Der zweite im Bunde: Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor Staatliche Museen zu Berlin und somit Herr über mehr als 20 Museen. Man nennt ihn den General von der Museumsinsel – treffender wäre wohl Dirigent, weil er so ganz ohne viel Lärm die größten Museumsschlachten dirigiert. Auf jeden Fall ist er der Karajan unter den Museumsleuten hierzulande. Schuster gelingt es, die oft so kleinmütigen Politiker zu überzeugen, dass in Sachen Kunst halbe Sachen schon gleich nichts taugen und das Beste eben gut genug ist. Er ist es, der die heruntergekommene Museumsinsel nun wieder zum Strahlen bringt, eine Museumslandschaft, die im Krieg stark heimgesucht wurde und dann gleich nochmals 40 Jahre lang heimgesucht wurde vom Sozialismus à la DDR.

Foto und Text: Hubertus Hierl