An einem sonnigen Junimorgen (1994) hoch oben auf dem Ganslberg nahe Landshut, wo der Bildhauer Fritz Koenig mit seiner Frau Maria zu Hause ist.
Zu Hause sind dort auch seine Pferde – alles edelste Araber, dann an die 50 Pfaue, die mit lautem Geschrei jeden Ankömmling gleich ankündigen, ferner eine Menge glücklicher Hühner, an die 20 Katzen und nicht vergessen dürfen wir Boris, den riesigen Bernhardiner. Sie alle führen hier ein Leben wie im Paradies.
Als ich durch das Tor in den Hof gehe, verschlägt es mir fast den Atem. Die ganze Szenerie beherrscht ein schneeweißer Araberhengst, den Fritz Koenig gerade durch den Hof führt. Ich erinnere mich noch gut an meine Worte: „Mein Gott, das ist ja die Inkarnation der Schönheit.“ Kein Wunder: Bei dem Araberhengst handelt es sich um Nahbay, den Sieger beim Worldchampionat in Paris – also die Nummer Eins unter den Araberhengsten auf dieser Erde.
Ich habe Glück, ich kann ein paar Fotos von Nahbay machen zusammen mit seinem Züchter, Fritz Koenig. Ich weiß auch, dass ich nur ganz wenig Zeit zur Verfügung habe, höchstens ein paar Minuten – mehr Zeit gibt nun mal Fritz Koenig einem Fotografen nicht! Und von den Bildern, die an diesem Vormittag in den wenigen Minuten entstehen, ist mir dieses doch das liebste, weil es die enge Verbundenheit und Zusammengehörigkeit zwischen Nahbay und Fritz Koenig widerspiegelt. Nahbays Blick verrät, dass er sich seiner dominierenden Rolle sehr wohl bewusst ist. Fritz Koenig ist auch ganz zufrieden.

Foto und Text: Hubertus Hierl