Paris, 1967. Folies Bergère. Welch ein Name, welch eine Institution – seit 1869 gibt es sie, Die tollen Schäferinnen. Wer denkt bei dem Namen Folies Bergère nicht an Eduard Manet, der hier 1882 Die Bar in den Folies Bergère schuf– eines seiner letzten, eines seiner unnachahmlichen, eines seiner unvergesslichen, eines seiner berühmtesten Bilder.
Die Folies Bergère gehören zu den großen Pariser Varietès. Ein Kenner von Paris bringt es auf den Punkt: „Casino de Paris – Folies Bergère – Concert Mayol – Gott segne euch!“
Sie alle treten hier auf, die Rang und Namen haben: Charly Chaplin (1907), Maurice Chevalier (1909), Mistinguett (1911), Joséphine Baker (1926).
Ich bin in den Folies Bergére angekommen. Überall das Warnschild „Photographie interdit“. Ein Variete, eine Revue, wie sie in Deutschland 1967 nicht vorstellbar ist. Gegen Ende der Revue, als Die tollen Schäferinnen auf einem Karussell sitzend von hoch oben herabschweben und das Karussell sich langsam dreht, kann ich es mir doch nicht versagen, die Kamera auf sie zu richten und ein paarmal auszulösen

Foto und Text: Hubertus Hierl