Paris, 1967. Im Viertel der Markthallen. Welch eine Viertel, das sich um den „Bauch von Paris“ gruppiert. Wer denkt da nicht an die endlose Schlange von Lastwagen, die sich allnachts durch die Straßen quält, um Paris mit allem zu versorgen, was es so am nächsten Tag braucht? Wer denkt da nicht an die stimmungsvollen Bistros, in denen es noch um drei Uhr nachts die berühmte Zwiebelsuppe gibt? Und wer denkt da nicht an Irma la Douce, die in dieser Gegend ihrem Gewerbe nachgeht und so viele ihresgleichen?

An jedem Eingang der Hallen entdecke ich das Schild „Photographie interdit“ – „Fotografieren verboten“. Ich lege dennoch einen hochempfindlichen Film in meine Leica ein und setze ein lichtstarkes Objektiv in die Kamera. So gerüstet begebe ich mich in die mir unbekannte Welt.

Ich bin in der Halle der Fleischer und komme an einer endlosen Reihe von Schweinehälften vorbei. Da entdecke ich diesen Metzger – ein Aussehen wie man sich einen typischen Pariser Metzger vorstellt. Da kann ich es mir doch nicht versagen, die Kamera auf ihn zu richten und im passenden Moment einige Male auszulösen, auch wenn das Licht äußerst spärlich ist.

Foto und Text: Hubertus Hierl