Wer sind diese beiden Herren, die so hingebungsvoll ihre Gedanken austauschen? Es sind Gerhard Richter (links) und Götz Adriani. Das Bild entstand am Rande einer Feier anlässlich der Art Cologne in Köln 2003.
Gerhard Richter - der am höchsten dotierte Maler der Gegenwart und zum dritten Mal in Folge Rang 1 unter den weltweit bedeutendsten Künstlern der Gegenwart - so der „Kunstkompass der Zeitschrift „Capital“. Das Museum of Modern Art in New York widmet ihm 2002 die größte Ausstellung, die je von einem lebenden Maler gezeigt wurde. Die britische Tageszeitung „Guardian“ bezeichnet ihn als den „Picasso des 21. Jahrhunderts“. Einen Tag vor seinem 75. Geburtstag (9. Februar) wird sein Gemälde „Abstraktes Bild“ bei Sotheby’s in London für rund vier Millionen Euro versteigert.
Gerhard Richter, 1932 in Dresden geboren, entzieht sich 1961 dem „sozialistischen Realismus“ und flieht in den Westen. Heute wird er mit Preisen und Ehrungen überhäuft, das Licht der Öffentlichkeit scheut er aber. Äußert er sich doch einmal in einem Interview, so klagt er darüber, dass die Preise für die Gegenwartskunst viel zu hoch sind. Von sich selbst sagt er: „Ich verfolge keine Absichten, kein System, keine Richtung, ich habe kein Programm, keinen Stil, kein Anliegen.“ Und: „Meine Bilder sind klüger als ich.“
Sein jüngstes Werk ist Köln, seiner Wahlheimat gewidmet. Für den Dom entwirft Richter ein großes Fenster, bestehend aus 11500 Glas-Quadraten in 80 verschiedenen Farbtönen - die Anordnung der einzelnen Farbflächen elektronisch bestimmt mittels eines Zufallsgenerators.
Rechts im Bild: Götz Adriani, 1940 in Stuttgart geboren, Kunsthistoriker, erfolgreicher Ausstellungsmacher. 1971 wurde er in Tübingen Leiter der neu errichteten Kunsthalle - „ein hässlicher Bau in einer hässlichen Umgebung“ (Adriani). Hier in Tübingen konnte er machen, was er für richtig hielt. Und er lag richtig mit seinen Ideen und seinem Programm: Seine Ausstellungen über Renoir, Toulouse-Lautrec oder Cézanne lockten Hunderttausende in die Provinzstadt. Allein zu seiner Cézanne-Ausstellung 1993 pilgerten an die 450.000 Besucher aus aller Welt. Neben diesen Klassikern zeigte er auch Kunstrichtungen, die neu waren und präsentierte Künstler wie Polke und Frank Stella.

Foto und Text: Hubertus Hierl