Mittwoch, 24. November 2010, München, Museum Brandhorst.
Alle Picasso-Freunde und -Bewunderer sind an diesem Abend in Scharen unterwegs zum Museum Brandhorst. Die Ausstellungseröffnung Picasso Künstlerbücher ist angesagt. Und die Besucher kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, was hier geboten wird.
Das Sammlerehepaar Anette und Udo Brandhorst hat im Laufe der Zeit eine Sammlung von Picassos Büchern zusammengetragen, die auf dieser Welt ihresgleichen sucht. Einmalig ist auch die Präsentation dieser Bücher durch Sauerbruch Hutton. Gespart wurde an nichts.
Vor dem Eingang zum Ausstellungstrakt – ein riesiger Beuys. Udo Brandhorst sehe ich kommen, eiligen Schrittes. Dennoch frage ich ihn, ob ich ihn fotografieren dürfe. „Ja, aber es muss ganz schnell gehen. Wo?“ „Vielleicht hier vor dem Beuys“, schlage ich vor. Das passte. „Bitte noch einen Schritt nach rechts“ und drücke dann dreimal auf den Auslöser meiner Leica. Brandhorst: „So, das muss genügen!“ Hat es auch. Mit dem Ergebnis bin ich voll zufrieden.
Warum die Aufnahme gerade vor Beuys? Zuallererst weil Brandhorst ein großer Beuys-Sammler ist. Und dann ist mir natürlich gleich aufgefallen, dass Brandhorsts grüner Pullover mit Beuys’ Grün so gut korrespondiert und auch die Farben von Brandhorsts Jacket und Hemd finden sich bei Beuys wieder.
Knappe 10 Sekunden dauerte die „Portrait-Sitzung“ – mehr Zeit gab es nicht. Früher dauerten „Portraitsitzungen“ schon etwas länger.

Foto und Text: Hubertus Hierl