Ungewöhnliche Schnappschüsse von seltener Intimität gelangen dem Fotografen Hubertus Hierl am 6. August 1966 in Südfrankreich. Pablo Picasso, damals 85-jährig, besuchte mit seiner Frau Jacqueline Roque einen Stierkampf. Der junge Fotograf bittet um die Erlaubnis, ihn fotografieren zu dürfen, Picasso willigt ein - und vergisst es gleich wieder. So gelingem Hierl Bilder von unglaublicher Authentizität. Picasso verfolgt als wahrer „Aficionado“ und Kenner der Corrida den Kampf mit äußerster Anspannung und Begeisterung. Mimik und Gestik spiegeln die Etappen des Kampfes. Krönender Abschluss für Picasso - das abgeschnittene Ohr des Stiers, das der Torero ihm als Zeichen seiner Verehrung schenkt. Da der Stier eines der zentralen Motive in Picassos Werk ist - von kleineren Radierungen bis großformatigen Gemälden wie „Guernica“ - bekommen die Aufnahmen von Hierl fast kunstgeschichtliche Relevanz.