„Was sich in der Arena abspielt, spiegelt eigentlich wider, was Picasso in seinen Bildern, Zeichnungen, Skulpturen und Grafiken zum Ausdruck bringen möchte“, schreibt Werner Spies in seinem Vorwort zu einer ungewöhnlichen Fotoserie, die im Sommer 1966 beim Stierkampf in Fréjus entstand. Hubertus Hierl, damals ein junger Fotograf aus Regensburg, hatte in der Menge zufällig Pablo Picasso entdeckt, der völlig unbemerkt die Corrida verfolgte. Der 85-jährige Künstler erlaubte Hierl, ihn als Zuschauer zu fotografieren. Erst jetzt wurden die außerordentlich intensiven Momentaufnahmen einer Ikone des 20. Jahrhunderts vollständig veröffentlicht im Band „Picasso beim Stierkampf“ (Verlag DuMont, 49,90 Euro). Sie sind Zeugnis der unmittelbaren Passion, die Picasso zeit seines Lebens mit den Ritualen des Stierkampfs verband.